Aus der Paritätischen Kommission

MPV und SFF überprüfen Verleihbetriebe

Eine Welle von ungarischen Temporärangestellten in Schweizer Betrieben führte zu einiger Aufregung. Der MPV reagierte umgehend mit Kontrollen und stellte fest, dass auf Grund der bisher eingesehenen Unterlagen keine Unregelmässigkeiten vorliegen.

In den letzten Wochen liefen auf dem MPV-Sekretariat die Telefone heiss. Grund dafür war die gesteigerte Tätigkeit von Verleihbetrieben, die zahlreiche ungarische Mitarbeiter vorwiegend in Schweizer Grossbetrieben einsetzen. Schweizer Mitarbeitende bangten wegen dieser Entwicklung um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und wandten sich an die Branchengewerkschaft.

MPV und SFF haben schon vor einigen Jahren eine paritätische Kommission ins Leben gerufen, welche darüber wacht, dass unser GAV sowie die Gesetze im Bereich Arbeitsrecht eingehalten werden. Diese Kommission setzt sich aus je drei Mitgliedern von SFF und MPV zusammen, das Sekretariat wird von der SFF-Geschäftsstelle geführt. Der MPV führt im Auftrag der Kommission Betriebskontrollen durch, damit allfällige Unregelmässigkeiten korrigiert werden können. So werden jedes Jahr ungefähr 20 Betriebe kontrolliert, die teils auf Grund eines Verdachtes ausgewählt werden, teilweise aber auch nach dem Zufallsprinzip.

Die Geschäftsführerin des MPV führte also auf Grund der von den Behörden erhaltenen Meldungen über den verstärkten Einsatz von ungarischen Temporärangestellten umgehend Kontrollen bei den betroffenen Personalverleihern durch und überprüfte sämtliche Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen, Lebensläufe und Diplome der ungarischen Mitarbeiter. Sie konnte feststellen, dass alle arbeitsrechtlichen Auflagen eingehalten werden. Die gelernten Metzger erhalten einen Lohn, der leicht über dem im GAV definierten Minimallohn liegt. Das Salär der Ungelernten ist ebenfalls im branchenüblichen Bereich. Auf Grund der bisherigen Erkenntnisse kann also keine Rede davon sein, dass in der Fleischbranche die Ungarn hierzulande zu Dumpingpreisen arbeiten würden.

Selbstverständlich sind diejenigen Schweizer Mitarbeiter zu bedauern, die wegen dieser Entwicklung um ihre Stelle fürchten. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass gut qualifizierte und motivierte Fachleute grundsätzlich Mangelware sind und in vielen Betrieben mit offenen Armen empfangen werden. Auch wenn auf Grund der neusten wirtschaftlichen Entwicklungen die eine oder andere Stelle eingespart werden muss, bleibt die Arbeitsplatzsicherheit gerade in unserer Branche ausserordentlich hoch.

Giusy Meschi, Elias Welti